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ADAC-Tests: Systeme zur Erkennung von Kindern und Tieren im Auto

Vier Fahrzeuge wurden auf Warnmeldungen nach dem Abstellen hin geprüft – inklusive Babyschalen und Hund

Von Herold-Teamvor 19 Std
Achtung, Kind im Auto! / ADAC untersucht Systeme zur Erkennung von Kindern im Auto / Bei schlafenden Säuglingen versagen viele Warneinrichtungen
Für die Studie wurden spezielle Dummies verwendet, die Bewegungen nachahmen können. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7849 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.© Herold-Team (Pressemitteilung)Bild 1 von 2

Der ADAC hat vier Fahrzeuge mit Systemen zur Erkennung von Kindern oder Tieren im Auto untersucht. Anlass ist eine Gefahr, die nach Angaben des Automobilclubs jedes Jahr in Deutschland auftritt: Kinder werden im Auto vergessen. Steht ein Fahrzeug in der Sonne, kann die Situation schnell lebensbedrohlich werden.

In der Studie wurde geprüft, ob die Technik nach dem Abstellen des Fahrzeugs erkennt, dass sich noch ein Kind oder ein Tier im Innenraum befindet. Im Idealfall sollen die Fahrzeuge dann eine mehrstufige Warnkaskade auslösen, die den Fahrer oder auch Passanten auf die Lage aufmerksam macht.

Vier Fahrzeuge und mehrere Alltagsszenarien im Test

Untersucht wurden mehrere Konstellationen auf der Rückbank. Getestet wurden eine Babyschale mit Isofix und eine angegurtete Babyschale, jeweils mit einem Neugeborenen, sowie ein einjähriges Kind im Isofix-Kindersitz. Außerdem wurde geprüft, ob die Systeme einen Hund auf der Rückbank erkennen.

Nach Angaben des ADAC gibt es derzeit zwei Arten solcher Erkennungssysteme:

  • Indirekte Systeme prüfen eine Kombination aus Gurtschlossstatus, Sitzbelegung und Türöffnungen. In der Studie verfügte nur der Mercedes-Benz CLA über ein solches System.
  • Direkte Systeme sollen per Radar Bewegungen, etwa durch die Atmung, erkennen. Diese Technik wurde im Zeekr 001, BMW iX3 und BYD Seal untersucht.

Mercedes warnte in allen Fällen, erkennt aber nicht sicher ein Kind

Im Vergleich konnte laut ADAC nur der Mercedes in allen getesteten Fällen warnen. Das Fahrzeug erkennt dabei jedoch nicht sicher, ob sich auf der Rücksitzbank tatsächlich ein Kind befindet. Die Warnung beschränkt sich auf das Zentraldisplay. Weitere optische oder akustische Warnmaßnahmen erfolgen nicht.

Direkte Systeme mit gemeinsamer Schwäche bei Säuglingen

Die direkt messenden Systeme erkannten die meisten Szenarien ebenfalls zuverlässig. Eine gemeinsame Schwäche zeigte sich jedoch bei allen drei getesteten Fahrzeugen: Keines erkannte das Neugeborene in der Isofix-Babyschale, obwohl der verwendete Dummy Atembewegungen nachahmt.

Unterschiede gab es bei der Art der Warnung. Alle direkten Systeme schalten nach einer gewissen Zeit den Warnblinker ein, wenn ein Kind im Fahrzeug zurückgelassen wurde. Beim BYD Seal und beim Zeekr 001 folgt zusätzlich eine akustische Warnung über Hupe oder Alarmanlage. Je nach Konfiguration sind auch Warnungen über eine Smartphone-App möglich.

Besonders positiv bewertete der ADAC den BMW iX3. Neben dem Warnblinker zeigt das Fahrzeug zusätzlich eine gut sichtbare Meldung im Zentraldisplay an, die Passanten auf eine mögliche Gefahrensituation hinweist.

ADAC sieht Potenzial vor allem bei direkt messender Technik

Auch wenn das indirekte System des Mercedes in den untersuchten Szenarien die höchste Erkennungsrate zeigte, sieht der ADAC das größere Potenzial bei direkt messenden Systemen. Diese erkennen die tatsächliche Anwesenheit eines Kindes und sind nicht auf indirekte Rückschlüsse aus Türkontakten, Sitzbelegung oder Gurtschlosszuständen angewiesen.

Wichtig ist aus Sicht des Automobilclubs zudem eine geringe Fehlalarmquote. Eine hohe Zahl an Fehlalarmen könne die Akzeptanz solcher Systeme beeinträchtigen.

Technik als Hilfe, nicht als Ersatz für Verantwortung

Der ADAC unterstützt sogenannte Child Presence Detection-Systeme grundsätzlich als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme zum Schutz von Kindern. Zugleich betont der Club, dass solche Technik nicht die Verantwortung von Eltern und Betreuungspersonen ersetzt.

Nachdrücklich verweist der ADAC darauf, dass Babys, Kinder und Tiere bei warmen Temperaturen niemals allein im Auto gelassen werden sollten, auch nicht für vermeintlich kurze Momente. Die Temperatur im Innenraum erreiche schon nach wenigen Minuten ein Niveau, das für Insassen gefährlich sei.

Weitere Informationen zur Studie gibt es unter adac.de.

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