Feuerwehr befreit Rollstuhlfahrerin aus stehendem Aufzug
In München setzte die Feuerwehr eine Drehleiter und einen Kran ein, um eine Patientin sicher aus dem dritten Stock eines Ärztehauses zu retten
Ein ungewöhnlicher Einsatz beschäftigte am Freitagnachmittag die Feuerwehr München: Eine Frau im Rollstuhl saß nach einem Arzttermin im dritten Obergeschoss eines Ärztehauses in der Heidemannstraße fest, nachdem der Aufzug seinen Dienst verweigerte. Die Rettungsaktion erforderte besonderes technisches Know-how und koordinierte Zusammenarbeit verschiedener Hilfskräfte.
Ein Aufzug-Ausfall mit Folgen
Die betroffene Patientin, die zunächst noch problemlos mit dem Fahrstuhl zu ihrem Termin gelangt war, konnte das Ärztehaus anschließend nicht mehr selbständig verlassen. Das Personal der Praxis informierte zunächst einen Aufzugsmonteur, der jedoch trotz aller Bemühungen den Defekt nicht beheben konnte.
Nachdem der Aufzugsmonteur erfolglos abgereist war, wandte sich das Praxispersonal an die Integrierte Leitstelle. Daraufhin wurden ein Krankentransportwagen und ein Hilfeleistungslöschfahrzeug zur Unterstützung geschickt.
Kreative Lösungen der Feuerwehr
Vor Ort erkannten die Feuerwehrleute sofort die Schwierigkeit: Die Frau und ihr Rollstuhl brachten ein Gewicht von insgesamt 180 kg auf die Waage – zu viel, um sie sicher durch das enge Treppenhaus zu transportieren. Eine Erkundung ergab jedoch, dass sich im dritten Stock eine Dachterrasse mit direkter Feuerwehrzufahrt befindet.
Kurzerhand forderte die Einsatzleitung eine Drehleiter an. Diese ist mit speziellen Anschlagösen ausgestattet, die normalerweise für Wartungs- und Kranarbeiten genutzt werden. Die Feuerwehr befestigte daran ein Kranhängesystem, mit dessen Hilfe der schwere Rollstuhl sicher über die Fassade nach unten gebracht werden konnte.
Reibungslose Rettung und Erleichterung für Betroffene
Während der Rollstuhl langsam zu Boden gelassen wurde, trugen die Einsatzkräfte die Patientin in einem Tragestuhl sicher herunter. Nach mehreren Stunden des Wartens konnte die Frau schließlich mit einem Taxi den Heimweg antreten. Die Feuerwehr München setzte damit einmal mehr auf kreative Problemlösung und Teamarbeit, um Menschen in Notsituationen zu helfen.
Herausforderungen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen
Der Vorfall zeigt, wie wichtig barrierefreie Infrastruktur und gut funktionierende Technik im öffentlichen Raum sind – insbesondere für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer. Pannen wie diese können für Betroffene zu erheblichen Problemen führen und machen gezielte Rettungsmaßnahmen notwendig.
Weitere Fotos und Medieninhalte zum Einsatz stehen im Originalportal der Feuerwehr München zur Verfügung.
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