Sprache wählen

Feuerwehr München setzt auf automatisierte Drohnen

Pilotprojekt liefert schnelle Luftbilder und Wärmebilder zur Einsatzbewertung

Von Blaulichtreport
Feuerwehr München setzt auf automatisierte Drohnen
Fiktives KI-SymbolbildKI-generiert · Herausgeber: Hessen App GmbH

Die Feuerwehr München treibt seit Dezember 2025 die Digitalisierung ihrer Einsatzkräfte konsequent voran: In Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Skyflow wird ein automatisiertes Drohnensystem im Rahmen eines Pilotprojekts eingesetzt. Ziel ist es, die Lage vor Ort frühzeitig einschätzen zu können, ohne dass sich Einsatzkräfte in Gefahr bringen müssen.

Innovative Technik für mehr Sicherheit

Die beiden Drohnen des Pilotprojekts sind bereits rund zwanzigmal ausgerückt – etwa zu Erstlagen bei möglichen Unfällen oder Bränden. So lieferte eine Drohne beispielsweise wertvolle Bilddaten über einen zugefrorenen See, als die Meldung eines möglicherweise eingebrochenen Kindes einging. Glücklicherweise konnte dabei keine Einbruchstelle festgestellt werden.

Auch bei komplexeren Einsatzlagen wie einem schweren Busunfall in Trudering oder beim Brand unter einer Brücke kamen die Geräte erfolgreich zum Einsatz. Dank der integrierten Wärmebildkamera konnten die Einsatzkräfte die ihnen sonst schwer zugänglichen Bereiche – wie das Flussufer – rasch und sicher aus der Luft überprüfen.

Effizienz und Geschwindigkeit als Schlüssel

Die Drohnen sind schnell im Einsatz: Bereits 33 Sekunden nach der Alarmierung starten sie und sind oft noch vor den ersten Rettungskräften am Einsatzort. Dabei erreichen sie in einer längsten dokumentierten Einsatzzeit 26 Minuten und legten in dieser Zeit 17,6 Kilometer zurück. Insgesamt waren die Drohnen bislang sechs Stunden im Einsatz, mit einer geflogenen Gesamtstrecke von 197 Kilometern.

Oberbranddirektor Wolfgang Schäuble, Leiter der Feuerwehr München, zieht ein positives Zwischenfazit: „Wir erhalten schon auf der Anfahrt ein deutlich besseres Lagebild. Alle Drohneneinsätze haben reibungslos funktioniert. Sie haben uns geholfen, den Einsatzort zu verifizieren und vor Ort noch besser einzuschätzen. Wir dokumentieren jeden Drohneneinsatz sehr detailliert, um möglichst viele Erkenntnisse daraus mitzunehmen.“

Neue Infrastruktur und Ausbaupläne

Die Drohnen-Dockingstationen befinden sich derzeit an den Feuerwachen 4 in Schwabing und 5 in Ramersdorf. Von diesen beiden Standorten aus können nahezu alle Stadtteile Münchens erreicht werden.

Im ersten Quartal 2026 soll das Projekt auf einen dritten Standort im Landkreis München erweitert werden. Entsprechende Gespräche mit dem Landratsamt laufen bereits, die Umsetzung ist auf den Weg gebracht.

Evaluation und Zukunftsperspektiven

Ziel der Initiative ist es, den operativen Einsatz von Drohnen zur Verbesserung der Einsatzführung und Gefahrenabwehr zu erproben und bewerten. Nach Ablauf der sechsmonatigen Pilotphase erfolgt eine ausführliche Auswertung, auf deren Basis über das weitere Vorgehen entschieden wird.

Mit dem erfolgreichen Einstieg in die automatisierte Drohnentechnik setzt die Feuerwehr München neue Maßstäbe im Bevölkerungsschutz – und zeigt, wie Technik zum Schutz der Bürger effektiv beiträgt.

Eigene Anzeige

Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen

Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.

Jetzt anfragen

Hat dir der Artikel geholfen? Teile ihn gern: