Landrat Ronny Raith beantwortet Fragen der Q12 am Gymnasium Zwiesel

Landrat Dr. Ronny Raith besucht weiterhin Abschlussklassen: Start im Gymnasium Zwiesel mit Fragen zu Job, Jugendangeboten, ÖPNV, Krankenhaus und Politikton.

Von Redaktion LK Regen3 Min. Lesezeit
Landrat Dr. Ronny Raith steht vor Schülerinnen und Schülern und beantwortet deren Fragen.

© Landratsamt Regen – Foto: Heiko Langer

© Landratsamt Regen – Foto: Heiko Langer

Landrat Dr. Ronny Raith setzt seine Besuche in Abschlussklassen der Schulen im Landkreis fort. Zum Auftakt war er im Gymnasium Zwiesel zu Gast und stellte sich dort den Fragen der Q12. Begleitet wurde er von der Kommunalen Jugendpflegerin Kathrin Götz.

Nach Angaben des Landrats richtet sich das Angebot nicht nur an Schulen, bei denen der Landkreis Sachaufwandsträger ist. Besuche sollen allen Schulen mit Abschlussklassen offenstehen. Am Gymnasium Zwiesel begrüßte Schulleiter Martin Huber die Gäste und sprach von einer inzwischen etablierten Veranstaltung.

Fragen zu Amt, Werdegang und Arbeitsalltag

Raith verzichtete auf eine längere Einführung. Er verwies stattdessen darauf, dass er vor 30 Jahren selbst am Gymnasium Zwiesel Abitur gemacht habe und immer wieder gern an die Schule zurückkehre.

In der anschließenden Fragerunde ging es zunächst um den Arbeitsalltag des Landrats. Auf Nachfrage erklärte Raith, dass jeder bayerische Landrat einen Fahrer habe. Er halte das für sinnvoll, weil sich Fahrzeiten für Telefonate oder zum Lesen von Unterlagen nutzen ließen. Sein Gehalt sei öffentlich einsehbar und richte sich nach der Größe des Landkreises. Raith verwies dabei auf seine Einstufung in die Beamtenbesoldung B6.

Auch zu seinem politischen Weg äußerte sich der Landrat. Er schilderte Stationen als Ministrant und Oberministrant, als Klassensprecher sowie sein Engagement bei Feuerwehr und BRK. Der damalige Kirchberger Bürgermeister Alois Wenig habe ihn schließlich dazu bewegt, für den Gemeinderat zu kandidieren. Dort war Raith bis zu seiner Wahl Landrat Stellvertreter des Bürgermeisters. Zudem war er im Kreistag tätig und in der vergangenen Periode weiterer Stellvertreter der Landrätin.

Hinweise auf Jugendangebote im Landkreis

Vor Beginn der Fragerunde stellte Kathrin Götz ihre Aufgaben als Kommunale Jugendpflegerin vor. Sie ist Ansprechpartnerin für Fragen rund um die Jugendarbeit, unterstützt Jugendliche und junge Erwachsene bei Beteiligung in Jugendforen und berät die Leitungen von Jugendtreffs.

Als offizielle Jugendtreffs im Landkreis nannte sie:

  • das Jugendcafé in Zwiesel,
  • den Jugendtreff in Bodenmais,
  • die Tea Lounge in Regen,
  • die Werkstød in Viechtach.

Daneben gebe es in einigen Gemeinden weitere Jugendräume. Zudem verfüge jede Gemeinde über einen Jugendbeauftragten als Ansprechpartner für junge Menschen.

ÖPNV und Parkplatzsituation als konkrete Anliegen

Mehrere Fragen betrafen die Situation im öffentlichen Nahverkehr. Schülerinnen und Schüler schilderten, dass Busse vor allem zum Schuljahresbeginn sehr voll gewesen seien. Raith räumte ein, dass dieses Problem regelmäßig auftrete. Man versuche nachzubessern, wo es möglich sei. Zugleich verwies er darauf, dass die Vergabe von Buslinien schwieriger werde, weil häufig Fahrer fehlten. Nach seinen Angaben investiert der Landkreis jährlich einen Millionenbetrag in die Schülerbeförderung.

Auch die Parkplatzsituation am Gymnasium wurde angesprochen. Dazu erklärte Raith, es sei bereits alles ausgebaut worden, was möglich sei. Weitere Parkflächen scheiterten an fehlenden Grundstücken.

Krankenhausfrage und Umgangston in der Politik

Ein weiteres Thema war die künftige Krankenhausversorgung. Raith sprach sich für eine Zentralklinik aus, auch wenn die Finanzierung aus seiner Sicht offen sei. Für die Versorgung der Bevölkerung im Landkreis sei das seiner Einschätzung nach der beste Weg. Zugleich kritisierte er die Rahmenbedingungen durch Bund und Freistaat. Die Krankenhausreform des Bundes habe ein Umfeld geschaffen, in dem kleine Kliniken nicht dauerhaft bestehen könnten. Der Freistaat lasse die Planungen bei Landkreisen und Kommunen. Nach Einschätzung des Landrats fehlen eine zentrale Krankenhausplanung und eine finanzielle Ausstattung der Kommunen, die den Neubau einer zukunftsfähigen Zentralklinik ermöglichen würden.

Zum Abschluss wurde Raith nach besonders guten und belastenden Erfahrungen im Amt gefragt. Ein einzelnes schönstes Erlebnis gebe es für ihn nicht. Positiv sei es immer dann, wenn Menschen geholfen werden könne. Als belastend bezeichnete er den aus seiner Sicht zunehmenden Verfall der Gesprächskultur, der bis zu Beleidigungen oder Bedrohungen reiche. Auch bei unterschiedlichen Meinungen müsse es möglich bleiben, miteinander zu reden.

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