René Trabold informierte in Regen über Demenz

Demenz verstehen: Neurologe René Trabold in Regen erklärt Verlauf, Abklärung und Vorbeugung – plus Hilfen für Betroffene und Angehörige.

Von Redaktion LK Regen3 Min. Lesezeit
Gruppe von sechs Personen bei einer Informationsveranstaltung zum Thema Demenz, von links: Helmut Plenk, Franziska Geiß, Maria Kandler, Claudia Maria Grimsmann, René Trabold und Sandra Funk.

Foto: Heiko Langer / Landratsamt Regen

Foto: Heiko Langer / Landratsamt Regen

Bei einer Informationsveranstaltung zur Woche der Demenz in der Realschulaula in Regen hat der Neurologe René Trabold über Demenz, deren Verlauf und Möglichkeiten der Vorbeugung gesprochen. Im Mittelpunkt standen dabei sowohl medizinische Grundlagen als auch Fragen, die Betroffene, Angehörige und Bürgerinnen und Bürger im Alltag beschäftigen.

Trabold ist Facharzt für Neurologie und Sektionsleiter der Neurologie an der Arberlandklinik in Viechtach. In seinem Vortrag erläuterte er, dass Demenz kein einheitliches Krankheitsbild ist. Vielmehr beschreibe der Begriff ein klinisches Syndrom, das sich aus einer Summe von Symptomen zusammensetze und sich zunächst bei jedem Menschen unterschiedlich zeigen könne.

Sorgfältige Abklärung ist wichtig

Nach den Ausführungen des Mediziners kann eine Demenz unter anderem Denken, Sprechen und die räumliche Orientierung beeinträchtigen. Um von einer Demenz zu sprechen, müssten die Symptome mindestens sechs Monate lang bestehen. Zugleich betonte Trabold, wie wichtig eine klinische Abklärung ist. Denn ähnliche Einschränkungen könnten auch andere Ursachen haben, etwa Vitaminmangel, Depressionen oder einen Gehirntumor.

Außerdem verwies er auf bekannte Zusammenhänge bei der Häufigkeit der Erkrankung: Demenz betreffe mehr Frauen als Männer, und mit zunehmendem Alter steige die Wahrscheinlichkeit deutlich an.

Erkrankung verändert den Alltag von Betroffenen und Umfeld

Trabold stellte nicht nur medizinische Fakten vor, sondern sprach auch über die Folgen für das persönliche Umfeld. Ein Mensch mit Demenz bleibe Partner, Vater oder Mutter, Bruder oder Schwester, Nachbar und Familienmitglied. Sowohl die Patientinnen und Patienten als auch ihr Umfeld müssten lernen, mit der Krankheit umzugehen. Nach seinen Worten fällt das im Alltag leichter, wenn mehr Verständnis für die Erkrankung vorhanden ist.

Eine vollständige Heilung sei nur dann möglich, wenn die Demenz auf einer anderen Krankheit beruhe. In der Regel sei sie nicht heilbar. Kritisch äußerte sich der Neurologe zu vermeintlichen Wundermitteln. Diese könnten den Verlauf allenfalls verzögern, wenn die Krankheit sehr früh erkannt werde. Andernfalls seien die Nebenwirkungen oft stark.

Therapien und Hilfen zur Entlastung

Als Ansätze, die beim Leben mit der Erkrankung helfen können, nannte Trabold kognitives Training, kognitive Stimulation und die Reminiszenztherapie. Darüber hinaus verwies er auf Angebote wie Tagespflege, Tageskliniken und Demenzambulanzen. Sie können Patientinnen und Patienten unterstützen und zugleich Angehörige entlasten.

Welche Faktoren das Risiko erhöhen können

Vollständig verhindern lasse sich die Krankheit möglicherweise nicht. Nach den Angaben des Referenten sind aber mehrere Risikofaktoren bekannt, die die Wahrscheinlichkeit einer Demenz erhöhen. Dazu zählen Alkohol und Übergewicht in jungen Jahren sowie eine unbehandelte Schwerhörigkeit. Im späteren Leben nannte er außerdem Luftverschmutzung, Depressionen und Diabetes.

Vorbeugend hilfreich seien soziale Kontakte, Bewegung und eine möglichst gesunde, ausgewogene Ernährung.

Fachgespräch zu Fragen aus dem Alltag

Im anschließenden Fachgespräch standen die Fragen der Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt. Dabei ging es unter anderem darum, welche Unterstützung es gibt, wenn Pflege zu Hause zunehmend schwieriger wird, welche Entlastungsmöglichkeiten pflegende Angehörige haben, wie sich das eigene Zuhause an veränderte Bedürfnisse anpassen lässt und welche sozialrechtlichen Hilfen sowie Beratungsangebote bestehen.

An der Gesprächsrunde beteiligten sich neben Trabold auch der stellvertretende Landrat Helmut Plenk, Franziska Geiß von der VdK-Wohnberatung, Maria Kandler von der Fachstelle für pflegende Angehörige des Sozialzentrums Regen sowie Claudia Maria Grimsmann von der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung. Die Runde beantwortete Fragen der Besucherinnen und Besucher praxisnah und verwies auf Unterstützungs- und Beratungsangebote im Landkreis.

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