ADAC-Test: Wie Elektroautos bei leerem Akku reagieren
Der ADAC hat im Testzentrum Penzing nahe München einen aufschlussreichen Praxistest mit sechs aktuellen Elektroautomodellen durchgeführt: VW ID.3, Tesla Model Y, Kia EV6, Volvo EX40, BYD Seal und Nio EL6. Ziel des Versuchs war es, das Verhalten der Fahrzeuge bei vollständig leergefahrenem Akku zu untersuchen und dabei insbesondere die Warnsysteme und das tatsächliche Risiko eines Liegenbleibens auszuwerten.
So funktioniert die Warnung vor leerem Akku
Die Auswertung des ADAC-Tests zeigt, dass die „Warndramaturgie“ der unterschiedlichen Elektroautos zwar jeweils leicht variiert, den Fahrer aber bei abnehmender Akkuladung zuverlässig zum Handeln auffordert:
Erreicht die Batterie einen kritischen Bereich, meist im einstelligen Prozentbereich, setzen die Fahrzeuge automatisch ihre Leistung herab. Das bedeutet: Die Beschleunigung nimmt ab, und Fahrweise sowie Energieverbrauch werden weiter optimiert. Nach Ansicht des ADAC sollte spätestens jetzt eine Lademöglichkeit angesteuert werden.
Notlaufreserve statt abruptem Stehenbleiben
Die Angst vor einem plötzlichen Liegenbleiben ist nach Angaben des ADAC unbegründet: Alle getesteten Fahrzeuge bieten eine sogenannte Notlaufreserve. Damit kann noch etwa 15 bis 20 Kilometer mit geringer Leistung gefahren werden – ein völliges Ausrollen bleibt somit die absolute Ausnahme.
Die Tester mahnen allerdings: Diese Notreserve sollte wirklich nur im Notfall genutzt werden. Denn die durchgeführten Tests fanden unter idealen Bedingungen – gutes Wetter, ebene Strecke, neue Akkus – statt. Im Winter oder bei schon älteren Batterien kann die Reichweite der Reserve deutlich geringer oder gar nicht mehr vorhanden sein.
Was tun, wenn das Fahrzeug liegenbleibt?
Sollte ein Elektroauto dennoch zum Stillstand kommen, helfen laut ADAC nur eine mobile Lademöglichkeit oder der Abschleppdienst weiter. Außerdem rät der ADAC dringend davon ab, das Fahrzeug im Zustand leerer Batterie über weitere Strecken rollen zu lassen. Andernfalls kann die notwendige Bordspannung für die Elektronik fehlen, was zu Folgeschäden führen könnte.
Ergebnisse und Reichweitenentwicklung im Überblick
Die vom ADAC durchgeführte Studie zeigt eindrucksvoll, dass heutige Elektroautos ein deutlich ausgefeilteres Warnsystem besitzen und keinerlei abruptes Stehenbleiben zu befürchten ist. Die sogenannte 'Reichweitenangst' ist nach Ansicht des Automobilclubs längst nicht mehr zeitgemäß. Die Behauptung stützen auch die jüngsten Messdaten: Im Jahr 2024 testete der ADAC 29 verschiedene Elektrofahrzeuge, die eine durchschnittliche Reichweite von 425 Kilometern erzielten – damit wurde erstmals die 400-Kilometer-Marke überschritten und die durchschnittliche Reichweite hat sich gegenüber 2014 nahezu verdreifacht.
Empfehlungen für Elektroautofahrer
Auch wenn ein Liegenbleiben unwahrscheinlich geworden ist, bleibt vorausschauendes und umsichtiges Handeln der beste Schutz vor unerwünschten Überraschungen im Alltag mit dem Elektroauto.
Die Versuche wurden im Rahmen einer Kooperation mit der Zeitschrift c't durchgeführt. Die vollständigen Testergebnisse und weiterführende Informationen bietet der ADAC auf seiner Internetseite.
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