Handgranaten-Alarm am Moosburger Bahnhof – doch Entwarnung
Täuschend echte Wasserspritzpistole sorgt für Zugverspätungen und Polizeieinsatz
Am Montagabend, 19. Mai, sorgte ein außergewöhnlicher Einsatz am Bahnhof Moosburg a.d. Isar für Aufsehen: Ein anonymer Hinweis führte dazu, dass der Bahnverkehr auf Gleis 1 unterbrochen werden musste. Der gemeldete Fund eines handgranatenähnlichen Objekts rief sowohl die Polizei als auch Spezialisten des Entschärfungsdienstes auf den Plan.
Schneller Einsatz und professionelle Prüfung
Gegen 20:20 Uhr ging die Meldung über einen vermeintlich gefährlichen Gegenstand im Gleisbett ein. Da das Objekt äußerlich stark an eine Handgranate erinnerte, rückten umgehend Streifen des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord an. Parallel wurde der Entschärfungsdienst aktiviert, dessen Experten vom Flughafen mit spezieller Ausrüstung vor Ort eintrafen.
Im Rahmen der professionellen Begutachtung erfolgte eine Röntgenuntersuchung des Fundstücks. Das Resultat sorgte für Erleichterung, aber auch für Erstaunen: Statt einer echten Bedrohung handelte es sich lediglich um eine mit Flüssigkeit gefüllte Granatenattrappe – genauer: um eine täuschend echt aussehende Wasserspritzpistole. Über die Herkunft dieses Spielzeugs ist bislang nichts bekannt.
Auswirkungen auf den Bahnverkehr
Aus Sicherheitsgründen blieb der betroffene Gleisabschnitt für die gesamte Dauer des Einsatzes – von 20:11 bis 21:27 Uhr – gesperrt. Infolge dieser Maßnahme kam es bei den Zügen zu einer Gesamtverspätung von 15 Minuten.
Hintergrund: Die Bundespolizeiinspektion München
Die Bundespolizeiinspektion München ist verantwortlich für die Gefahrenabwehr und Strafverfolgung im Bahnverkehr des östlichen S-Bahnnetzes. Ihr Zuständigkeitsbereich umfasst etwa 210 Bahnhöfe und Haltepunkte auf rund 440 Streckenkilometern, darunter die Großräume München sowie die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Dachau, Ebersberg, Erding, Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech und Starnberg.
Der Dienstsitz für nichtoperative Bereiche und den Ermittlungsdienst befindet sich in der Denisstraße 1, rund 500 Meter vom Ostbahnhof entfernt. Weitere Diensträume existieren am Hauptbahnhof, in Pasing und Freising.
Der ungewöhnliche Einsatz in Moosburg unterstreicht die Sensibilität der Sicherheitsbehörden im Bahnverkehr – und zeigt zugleich, wie schnell harmlose Gegenstände zu aufwändigen Polizeieinsätzen führen können. Offen bleibt, wie die Spielzeuggranate ins Gleisbett gelangte.
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