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Mut am Bahnhof: Zivilcourage gegen Fremdenfeindlichkeit

Andreas Steierer wird für beherztes Eingreifen bei Übergriff in Mühldorf ausgezeichnet – wichtige Tipps für den Ernstfall

Von Redaktion

Die Bundespolizeiinspektion Freilassing hat am 28. Januar Andreas Steierer aus Dorfen für sein beherztes Eingreifen am Bahnhof Mühldorf am Inn ausgezeichnet. Steierer, Tarifbeschäftigter bei der Feuerwehr und als Fahrer des Schienenersatzverkehrs im Einsatz, zeigte Zivilcourage, als er am 6. Dezember des vergangenen Jahres einen fremdenfeindlichen Übergriff stoppte.

Vorfall am Bahnhof Mühldorf am Inn

Zur Mittagszeit hielten sich vier afghanische Staatsangehörige – darunter drei Minderjährige – am Bahnhofsvorplatz auf. Ein 58-jähriger Deutscher näherte sich der Gruppe und beleidigte sie auf herablassende und aggressive Weise mit eindeutig fremdenfeindlichen Aussagen. Während Passanten wegsahen, beobachtete Andreas Steierer, selbst Fahrer des Busses im Schienenersatzverkehr, die Situation aufmerksam.

Steierer forderte den Mann auf, sein Verhalten einzustellen. Sein Eingreifen zeigte direkte Wirkung: Der Angreifer ließ vorerst ab, blieb jedoch uneinsichtig und äußerte weiterhin fremdenfeindliche Aussagen. Um weitere Eskalationen zu verhindern, untersagte Steierer dem 58-Jährigen die Mitfahrt in seinem Bus. Die Bundespolizei wurde hinzugezogen und stellte die Personalien aller Beteiligten fest. Gegen den Angreifer wurde Anzeige wegen Beleidigung und Volksverhetzung erstattet.

Auszeichnung für mutiges Handeln

Für dieses selbstlose Verhalten ehrten die Ermittlungsbeamten Andreas Steierer mit einer Urkunde. Michaela Hofmeister betonte in ihrer Ansprache, dass Steierers Engagement den betroffenen Jugendlichen zeigte, nicht allein zu sein – und ein deutliches Zeichen setzte, dass für fremdenfeindliche Haltungen in unserer Gesellschaft kein Platz ist.

Hinweise zum richtigen Verhalten in Gefahrensituationen

Wer Zivilcourage zeigen möchte, sollte einige wichtige Grundsätze beachten. Die Internetseite aktion-tu-was.de empfiehlt unter anderem:

  • Hilf, aber bring dich nicht selbst in Gefahr
  • Rufe die Polizei
  • Sage als Zeuge aus
  • Mach andere auf die Situation aufmerksam
  • Präge dir Tätermerkmale ein
  • Kümmere dich um das Opfer
  • Warte nicht darauf, dass „schon irgendjemand was unternimmt“. Handle!
  • Bundespolizeiinspektion Freilassing: Zuständigkeiten im Überblick

    Die Bundespolizeiinspektion Freilassing sichert die Landkreise Berchtesgadener Land, Traunstein und Altötting. Das Einsatzgebiet umfasst 21 Grenzübergänge mit einer Gesamtgrenzlänge von 225 Kilometern, sowie 72 Bahnhöfe und Haltepunkte. In der Dienststelle sind knapp 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Neben dem Hauptsitz in Freilassing gibt es einen weiteren Standort beim Bundespolizeirevier in Mühldorf am Inn.

    Ausblick

    Fälle wie der am Bahnhof Mühldorf am Inn verdeutlichen die Bedeutung von Zivilcourage im Alltag. Sie machen Mut, im Ernstfall Verantwortung zu übernehmen und für ein respektvolles Miteinander einzutreten. Die Auszeichnung von Andreas Steierer setzt dafür ein starkes Zeichen und erinnert daran, dass jeder Einzelne gefragt ist, zu einer offenen und sicheren Gesellschaft beizutragen.

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