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„Nürnberg 45“ begeistert Millionen Zuschauer

ARD-Dokudrama und Podcast-Reihe fördern Erinnerungskultur und werden vielfach in Schulen genutzt

Von Redaktion
„Nürnberg 45“ begeistert Millionen Zuschauer
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Das ARD Dokudrama "Nürnberg 45 – Im Angesicht des Bösen" hat bei seiner Ausstrahlung am 9. November ein großes Publikum erreicht: 2,628 Millionen Zuschauende verfolgten das Werk im Fernsehen, was einen Marktanteil von 13,9 Prozent bedeutete. Auch digital ist das Interesse ungebrochen: Mehr als 705.000 Mal wurde der Film aktuell bereits in der Mediathek abgerufen.

Innovativer Ansatz: Die Perspektive der Überlebenden

Im Zentrum des Films steht die Perspektive zweier junger Überlebender der Konzentrationslager, deren Geschichten die polnische Autorin Szmaglewska als Journalistin dokumentierte. Indem historische Ereignisse durch persönliche Erfahrungen greifbar werden, gelingt dem Dokudrama eine intensive Vermittlung der historischen Bedeutung der Nürnberger Prozesse.

Das Projekt ist Teil einer umfassenden Kooperation aller neun Landesrundfunkanstalten der ARD zum 80. Jahrestag der Prozesse unter der redaktionellen Leitung der ARD.

Statements aus der ARD

Christine Strobl, ARD-Programmdirektorin, erklärt:

"'Nürnberg 45' steht exemplarisch für unser breites Angebot zum 80. Jahrestag der Nürnberger Prozesse. Gerade bei Themen von solchem Interesse sind vertiefende Einordnungen sehr wichtig – deshalb machen wir diesen Teil allen Ausspielwegen zugänglich."

Juliane Schwerin, Redaktion Gesellschaft, hebt die moderne und emotionale Erzählweise hervor:

"Dieses wichtige Kapitel deutscher Geschichte emotional, jung und modern zu erzählen, ist uns ein Herzensanliegen. Dabei haben wir auf die Kraft des bewegenden Erzählens gesetzt, ohne erhobenen Zeigefinger. Dass der Film schon viele – vor allem jüngere – Menschen erreicht hat und positive Reaktionen erhalten hat, freut uns sehr. Danke an das fantastische Team und die herausragenden Protagonisten."

Ellen Trapp, Leiterin Programmbereich Kultur, betont die Bedeutung der individuellen Lebensgeschichten:

"Im Mittelpunkt unserer gemeinsamen Angebote zu den Nürnberger Prozessen stehen Lebensgeschichten innerer Stärke, wie die von Szmaglewska, die zugleich die Täter und das unglaubliche Ausmaß des Nationalsozialismus weniger abstrakt erscheinen lassen. Besonders freue ich mich über positive Rückmeldungen von Schulen und Universitäten, die das Dokudrama im Unterricht einsetzen wollen. So leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur."

Darstellung, Besetzung und ergänzende Inhalte

Die Hauptrollen übernehmen Jonathan Berlin und Katharina Stark, die die Überlebenden authentisch verkörpern. Der Film kombiniert Spielszenen mit Originalaufnahmen, Archivbildern und Interviews – etwa mit Lauren Shachar, Tochter eines Prozessbeteiligten, sowie Jacek Wisniewski, Sohn der Autorin Szmaglewska.

Begleitender Podcast verstärkt die Erinnerungskultur

Parallel zur Fernsehausstrahlung produziert die ARD eine vierteilige Podcast-Reihe, die in der Audiothek verfügbar ist. Der Podcast eröffnet insbesondere polnischen Zeuginnen wie Seweryna die Möglichkeit, vom Leid und dem Überleben im Außenlager Auschwitz und im KZ Birkenau zu berichten. Ihre Frage an die Gegenwart –

„Wo sind diese Kinder?“

– steht sinnbildlich für das fortwährende Nachdenken über Verantwortung und Erinnerung.

Als weiterer Podcast ist die dreiteilige Reihe „Nürnberger Prozess – Die Täter und ihr Psychologe“ erschienen, die sich mit den psychologischen Profilen der Angeklagten beschäftigt.

Pädagogischer Einsatz und gesellschaftliche Wirkung

Besonders erwähnenswert ist das Interesse von Schulen und Universitäten, das Dokudrama für Bildungszwecke einzusetzen. Die Reaktionen aus der Bildungslandschaft zeigen, dass anspruchsvolle Geschichtsvermittlung auch ein junges Publikum erreichen und berühren kann.

Verfügbarkeit des Programms

Sowohl der Dokumentarfilm als auch die begleitenden Podcasts bleiben weiterhin in den Mediatheken der ARD verfügbar.

Mit dieser umfassenden multimedialen Aufarbeitung der Nürnberger Prozesse setzt die ARD ein starkes Zeichen für Erinnerungskultur und historische Bildung.

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